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Geposted von Maxellent,
Das Finale der Prime League Pro Division steht am Sonntag an. Vor dem Clash zwischen unseren Top-Teams BIG und MOUZ gibt uns BIG-Coach Danusch 'Arvindir' Fischer einen Einblick in die Teamdynamik und die Vorbereitung der Berliner.


Um 16:30 Uhr beginnt am 21. März die Finalshow hier auf Primeleague.gg oder dem offiziellen Twitch- bzw. YouTube-Kanal. Um 18 Uhr kommt es dann zum mit Spannung erwarteten Duell der beiden Top-Teams.

Natürlich freut sich auch BIGs Head-Coach Arvindir auf das Spektakel am Wochenende. Trotz seiner umfassenden Erfahrung und seiner bisher erfolgreichen Karriere will der Coach der Berliner natürlich unbedingt den nächsten Titel einfahren. Im Interview sprach er mit uns über sein Team und das anstehende Endspiel.

Prime League: Hallo Arvindir, erstmal danke für deine Zeit. Lass uns gleich zum Wesentlichen kommen: Was hältst du von deinen aktuellen Spielern? Hättest du erwartet, dass ihr so gut sein würdet?

Arvindir: Alle meine Spieler sind mega talentiert. Die Off-Season generell war eine Achterbahnfahrt und ich hatte eher gemischte Erwartungen. Ich wusste zumindest bei Reeker und Keduii genau, was ich bekomme. Seaz war zwar keine "Wundertüte", aber ich hatte deutlich geringere Erwartungen an ihn als das, was er gezeigt hat. Von dem, was ich aus PENTA-Zeiten gesehen hatte, dachte ich, ich kriege ein Thresh-One-Trick-Pony, das alle anderen Champions im Vergleich dazu nur zu 80 Prozent beherrscht. Das war aber überhaupt nicht der Fall.

Was die Top-Side angeht: Ich wusste, dass Karim crazy ist, das war auch einer der Gründe, warum er überhaupt in die Auswahl kam. Wir haben letztes Jahr gegen GameWard gescrimt und ich habe mir das Replay davon zwei-, dreimal angeguckt und dachte immer: "Ist er mega crazy und flippt einfach oder ist er tatsächlich richtig gut?" Und von SALUT – der ist einfach so ein zuverlässiger Top-Laner, der viele Champions spielen kann. Er hat letztes Jahr zum Beispiel oft Rumble gespielt, einen guten Weakside-Champion. Da wusste ich, dass das so ein Zuverlässigkeits-Ding wird.

Von daher: Die Erwartungen waren gemischt, auf jeden Fall nicht so hoch wie das eigentliche Ergebnis jetzt war. Das Ziel für mich und auch für die Orga war, dass wir auf jeden Fall in die Playoffs kommen und dann im Sommer die EU Masters erreichen wollen. Dass das jetzt schon klappt, ist natürlich mega. Die Spieler haben einfach die Chance genutzt und bewiesen, dass sie deutlich besser sind, als viele Beobachter in der Off-Season dachten.

Wann habt ihr gemerkt, dass ihr sogar ein Titelkandidat seid?

Ich wusste nach zwei Scrims mit dem neuen Lineup, dass Karim ein richtig guter Spieler ist. Ich kann mir vorstellen, dass er im Sommer nächstes Jahr schon auf der Liste bei einigen LEC-Teams stehen wird. Von daher waren die Erwartungen relativ hoch. Ich denke, auf die Season betrachtet, wussten wir es von Anfang an. Die Einstellung im Team war nie: "Wir wollen einfach in die Playoffs kommen." Es war immer die Top-zwei-Platzierung unser Ziel und wir wussten alle, dass wir gut genug sind. Ich wollte für mich und das Management die Erwartungen nicht zu hochschrauben, aber wir wussten immer, dass Top zwei das erklärte Ziel sein wird.

Reeker hat uns verraten, dass in Scrims bei euch sehr viel diskutiert wird. Wie herausfordernd war es für dich als Coach, das neue Lineup auf eine Linie zu bringen?

Es ist tatsächlich relativ kompliziert. Ich glaube, wir haben es gemeistert, 30 Minuten über unnötige Dinge zu diskutieren. Wir haben Diskussionen, in denen eigentlich beide einander zustimmen, aber es einen kleinen Punkt gibt, der eigentlich gar nichts beiträgt, über den aber ewig diskutiert wird. Es ist dann für mich auch häufig schwer, weil man ja zu einem Resultat kommen muss und ich aber selber nicht genau weiß, wie man den Skirmish besser hätte spielen können. Die Spieler sind eben deutlich besser darin, zu entscheiden, was genau die Limits sind.

Von daher kann ich nicht einfach sagen: "Das ist jetzt so und Punkt." Deshalb sind solche Diskussion häufig relativ anstrengend, langwierig und für die Spieler, die nicht betroffen sind, auch echt langweilig. Aber sie sind tatsächlich nötig. Wir hatten beispielsweise unsere erste 3:0-Woche in der Prime League nach zwei Scrim-Tagen, an denen nur diskutiert und herumgemäkelt wurde. Das sind aber die Sachen, die man auch lösen muss, damit man ein gut funktionierendes Team wird.



Du bist schon lange und erfolgreich in der Szene. Was sind die wichtigsten Skills, die ein Coach haben muss?

Ich würde sagen, es gibt zwei unterschiedliche Arten von Coaches. Es gibt die Coaches, die irgendwo selber noch Spieler und komplett auf das Game fokussiert sind und deren Stärke da liegt. Also die, die Micro-Apekte mit den Spielern besprechen können. Das hatte ich sehr stark damals in 2019 als wir mit Kanani gearbeitet haben, der am ersten Scrim-Tag Labrov zehn Minuten lang erklärt hat, wieso er auf Bot-Lane verschiedene Dinge anders machen soll. Das sind so Sachen, die ich als Nicht-High-Elo-Spieler überhaupt nicht einsehen kann. Von daher ist das eine Seite der Qualität.

Und dann gibt es die zweite Art Coach: DeliveryPanda und ich gehören dazu und sind uns da sehr ähnlich. Wir können einfach gut mit Menschen und haben diese pädagogische Seite. Ich will jetzt nicht sagen, dass wir keine Ahnung vom Spiel haben. Aber einfach, dass das Team funktioniert, dass jeder sich wohlfühlt in der Atmosphäre, dass jeder versteht, was die Teamziele sind. Es ist so eine Mischung aus In-Game-Coaching und der pädagogischen, sozialen Seite. Ich finde immer, es ist super wichtig, dass man eine gute Team-Atmosphäre vermitteln kann.

Das scheint bei euch momentan gut zu funktionieren, dennoch habt ihr gegen mousesports im ersten Playoff-Match mit 0:2 verloren und braucht einen neuen Plan. Inwiefern ist die Vorbereitung auf dieses Match für euch besonders?

Ich denke nicht, dass sich von der Vorbereitung her großartig etwas verändert. Ich denke sogar, dass wir im Endeffekt mit dem Resultat sehr zufrieden sein können. Wir haben gegen mouz gespielt, sie haben Neues gezeigt, wir haben die Favoritenrolle abgegeben, dann noch Best-of-Five-Erfahrung sammeln können. Jetzt spielen wir ein Best-of-Five gegen sie, was immer angenehmer ist.

Ich denke, wir sind klüger als vor dem Best-of-Three, weil wir gar nicht genau wussten, was von mousesports zu erwarten ist. Das ist generell so eine Sache mit mouz, weil sie so viele unterschiedliche Draft-Ansätze haben, dass du dich gerade auf Red Side nie darauf vorbereiten kannst, was sie bannen werden. Aber wir sind auf jeden Fall klüger als beim letzten Mal und ich denke nicht, dass wir Selbstvertrauen eingebüßt haben durch das verlorene Best-of-Three.



Wie sehr spielt die Mentalität vor diesem Duell eine Rolle?

Die ist sehr wichtig. Wenn du gegen ein Team wie mouz nicht selbstbewusst reingehst und nicht willens bist, die 50:50- und 60:40-Skirmishes anzunehmen, die sie dir immer anbieten werden, dann wirst du wahrscheinlich verlieren. Das ist auch der Grund, warum mouz so dominant aussieht in dieser Saison bisher. Weil viele Teams, die auch einfach mechanisch schlechter sind, entweder diese Skirmishes verlieren, die sie eigentlich gewinnen könnten, oder aus Angst davor, sie zu verlieren, zögern oder sie gar nicht erst annehmen und dann die Map komplett droppen.

Aus diesem Grund ist Selbstvertrauen super wichtig. Gerade unser Rückspiel gegen mouz haben wir so gewonnen: Wir waren gefühlte 3.000 Gold down in Minute sechs, aber wir wussten einfach, wenn wir es richtig spielen, haben wir bessere Champions. So haben wir es gespielt und dann kann man immer gewinnen.

Wo wir gerade von Selbstvertrauen sprechen: Darf Karim am Sonntag seinen gefürchteten Lee Sin spielen?

Von mir aus immer gerne. Ich wünschte, der Champion wäre ein bisschen besser und es gäbe ein Mythic-Item, was ihm tatsächlich guttun würde. Im derzeitigen Meta gehst du auf Lee Sin Double-Legendary und guckst dann, dass du ein Mythic findest, was halbwegs gut gegen die gegnerische Comp ist. Das ist natürlich nicht ideal. Aber Karim ist sehr gut auf Lee Sin und wenn die Situation sich bietet, dann immer wieder gerne.

Wie wichtig wäre dir dieser erste Titel seit Dezember 2019?

Das wäre mega. Allein schon für die Redemption-Story, weil wir ein echt schlechtes 2020 hatten, auch für das Gesamtbild von BIG als Organisation. Wie mit dem schlechten Jahr umgegangen wurde, war hervorragend, wir können uns echt über nichts beschweren, es wird sich um alles gekümmert. Und es wäre fantastisch, das Ganze mit einem Titel zurückzahlen zu können.



Im Anschluss an das Endspiel folgen die langersehnten European Masters. Was können wir von eurer ersten Teilnahme seit 2019 erwarten?

Für mich gehen wir als Mit-Favorit in das Turnier. Die drei französischen Teams sind alle gut, die beiden Top-Teams aus Deutschland sind auf jeden Fall Titelanwärter, dann wahrscheinlich Excel Academy und ganz vielleicht ein Team aus Polen oder Spanien, aber ich glaube nicht so richtig daran. Es wird wahrscheinlich so ziemlich zwischen Deutschland und Frankreich ausgemacht, wer sich den Titel holt. Und wir wollen auf jeden Fall mitspielen.

Würdest du bis dahin noch etwas an eurem Spielstil oder eurem Meta-Verständnis ändern?

Das Meta-Verständnis kommt immer auf den Patch an, wir sind ja noch drei Patches von den EU Masters entfernt und müssen abwarten, wie sich das Spiel bis dahin entwickelt. Vom Spielstil her versuchen wir, League of Legends so effizient wie möglich anzugehen. So wie wir es im Moment spielen, machen wir es auch weiterhin, es sei denn, das Spiel ändert sich grundlegend. Ich würde nicht sagen, dass wir vor einem großen Umbruch stehen, nur weil wir jetzt gegen internationale Teams spielen.

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    Max E.
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