NNO schafft den Miracle Run und gewinnt Division 2

Geposted von Craine,
Das selbst ernannte Rentnerteam NoNeedOrga um das DACH-Urgestein Frederik 'NoWay' Hinteregger hat am Dienstagabend überraschend Hertha BSC eSport im Finale der zweiten Division der Strauss Prime League besiegt. NNO triumphierte in einer äußerst spannenden Series mit 3:2.


Auf dem Papier schien das Finale der zweiten Division bereits im Vorfeld entschieden zu sein. Frühlingsmeister Hertha BSC eSport ging nach einem starken Summer Split und einer soliden Performance in den Playoffs als klarer Favorit in das Duell um die Sommermeisterschaft. Die alte Dame erlaubte sich lediglich einen Fehltritt gegen Eintracht Frankfurt und gewann die Series im Upper-Bracket mit 3:1. Vor allem Leon 'Lamabear' Krüger glänzte, als die Hertha ins Finale der zweiten Division einzog.

Das Team von Ex-Profi und Prime-League-Caster Niklot 'Tolkin' Stüber sah beinahe jeder Analyst vor dem Endspiel in der Rolle des Underdogs. NNOs Bot-Laner Daniel 'Broeki' Broekmann stimmt im Nachhinein den Experten zu: "Wir sind nicht aufgeregt in die Series gegangen, weil wir fest davon ausgegangen sind, dass wir 0:3 verlieren." Die Übertragung des Finales brach erneut den Zuschauerrekord der Strauss Prime League: Insgesamt verfolgten auf YouTube und Twitch fast 90.000 Esport-Fans das Endspiel.



NNO krönt Miracle Run



NNOs Community bezeichnet den Weg des Teams bis ins Finale der zweiten Liga als Miracle Run, denn dieser war alles andere als einfach: Am letzten Spieltag der regulären Saison schaffte es das Veteranen-Quintett mit Mühe auf Platz sechs und zog somit gerade noch so in die Playoffs ein. Zum Start der Entscheidungsspiele begab sich NNO in ein Bootcamp, um das auf Social Media angekündigte Wunder wahr werden zu lassen. Um ins Finale zu kommen und um den Aufstieg in die erste Division zu spielen, musste das Streamer-Team das komplette Lower Bracket durchqueren und dabei drei Best-of-Fives gewinnen.

In der ersten Runde des Lower-Brackets trat NNO gegen den starken Aufsteiger KIT SC SmartWe an, der seinen ersten Split in Division 2 auf dem dritten Platz beendete. Obwohl NoNeedOrga in der regulären Saison beide Spiele gegen KIT verloren hatte, gewann der Sechstplatzierte mit 3:1. Gegner der zweiten Runde war dann Sprout, der zuvor TT willhaben deklassierte. Trotz zweier starker Spiele zu Beginn der Series, zwangen die Sprösslinge NNO bis ins fünfte Spiel, in dem die erfahrenen Esportler dann doch siegreich waren.



Im Finale des Lower-Brackets traf NoNeedOrga auf das ambitionierte Team von Eintracht Frankfurt, das bereits im Spring Split knapp das Finale verpasste und sich mit dem dritten Platz zufrieden geben musste. Die Frankfurter wurden zuvor von der Hertha in das Lower-Bracket geschickt und wollten ihren überragenden Endspurt im Summer Split nun mit der Finalteilnahme krönen. Die Eintracht stand auch mit 2:1 kurz davor, dies zu erreichen, wurde jedoch noch mit 2:3 bezwungen. Highlight der Series war der Backdoor von Tolkin, durch den das selbsternannte Rentnerteam Game fünf erzwang.

Mit dem Erreichen des Finales stand NNO bereits als Relegationsteilnehmer fest und hatte zusammen mit der Hertha die Chance, in die erste Division aufzusteigen. Das Spiel um den Ligatitel entschied also lediglich, ob man gegen PENTA 1860 oder Wave Esports antreten würde. NoNeedOrga startete besser in das Best-of-Five und gewann direkt Game 1. Im zweiten Spiel folgte jedoch eine herbe Niederlage. Die dritte Partie hingegen war ausgeglichener, ging aber ebenfalls an den blau-weißen Favoriten.



In Game 4 wurde es dann richtig spannend: Nach 30 Minuten auf Augenhöhe nutzt Noway seine Chance, teleportiert sich in die zerstörte Basis der Berliner und reißt Herthas Nexus ein. Damit forcierte NNO mit einem weiteren Backdoor das alles entscheidende Spiel. In diesem zeigte NoNeedOrga dann einmal mehr seinen unkonventionellen Spielstil, indem die Spieler entgegen der Meta keine Teamfights suchten, sondern den Fokus auf die Sidelanes und Objectives legten. Und das ging auf: Nach mehr als 40 Minuten konnte der Underdog die Berliner Basis zum Einsturz bringen.

Broeki: sahen uns selbst als Underdog



NNOs Bot-Laner Broeki zeigte sich direkt nach dem nervenaufreibenden Finale ungläubig und gab im Interview mit den Castern zu, dass das Team selbst nicht mit einem Sieg gerechnet habe: "Wir hatten vorher ein paar Tage lang nicht gespielt und sind daher sicher von einem 0:3 ausgegangen", so der Ex-Profi. Nach Game 1 habe NNO schon mehr gewonnen als im Vorfeld erwartet, teilte er mit. In einem Statement schrieb er außerdem: "Wir haben uns selber auch als Underdog gesehen und können deshalb jedem Analysten nur zustimmen: Wir waren auf jeden Fall der Underdog in dieser Series."

"Die Backdoors sind immer ziemlich Hype. Generell spielen wir 1-3-1 sehr gerne, da das in der aktuellen Teamfight-Meta den Gegner überrascht und wir darin auch einen kleinen Erfahrungsvorteil haben."
- Daniel "Broeki" Broekmann


Auf Nachfrage zu der Herkunft ihres unkonventionellen Spielstils schrieb der Esport-Veteran, dass sie eher zufällig auf diesen gestoßen seien: "Es gab Games, in denen wir keine Teamfights mehr spielen konnten und dann mussten wir uns was anderes überlegen, um zu gewinnen." Speziell zu den Backdoors sagte er: "Die Backdoors sind immer ziemlich Hype. Generell spielen wir 1-3-1 sehr gerne, da das in der aktuellen Teamfight-Meta den Gegner überrascht und wir darin auch einen kleinen Erfahrungsvorteil haben." Im Post-Game-Interview zeigte sich der Bot-Laner aber insbesondere von Karnis Leistungssteigerung beeindruckt.

Zur Stimmung vor Game 5 verriet er außerdem, dass die routinierten Esportler eher entspannt waren, während der im Esport vergleichsweise unerfahrene Karni ähnlich angespannt war, wie bereits vor dem Showmatch gegen VININE beim Offline Finale der Strauss Prime League am vergangenen Samstag.

Voller Fokus auf den Aufstieg



In der Relegation spielt das Team um Jungler Muhammed 'Agurin' Kocak Mitte September gegen PENTA 1860, den Letztplatzierten aus Division 1. Vor Game 5 des Finales twitterte Broeki, dass das Team in der Draft-Phase starke Picks gegoogelt habe, worauf ihn die Caster im Interview nach dem Spiel noch einmal ansprachen:



Im Nachhinein schrieb er uns dazu noch: "Für die kommende Relegation setzen wir vollends auf Statistikseiten und überlegen gar nicht mehr selber, jawohl." Hertha BSC eSport hingegen trifft am 9. Spetember auf den Vorletzten der ersten Liga, Wave Esports.



Alle Relegationsspiele könnt ihr wie gewohnt auf unserem YouTube- oder Twitch-Kanal sehen. Momentan läuft die Relegation zwischen den Divisionen 2 und 3, in der sich heute Abend entscheidet, gegen wen TeamOrangeGaming im Lower-Bracket-Finale um das letzte Ticket für das Spiel um den Aufstieg gegen die Kaufland Hangry Knights spielt. Im Lower-Bracket trifft All for One Gaming auf Austrian Force Esports. Alle Partien starten um 18 Uhr. Hier noch einmal alles in der Übersicht:



Abschließend noch unsere Gewinnspielfrage: Wie viele Best-of-Fives gewann NNO in den Summer Playoffs 2022 erst im fünften Spiel?

Unter den ersten zehn richtigen Antworten verlosen wir 1 x 3 League of Legends Masterwork Chests. Schaut vor Abgabe eurer Antwort unbedingt noch in die Teilnahmebedingungen des Gewinnspiels, dort findet ihr alle Informationen zur Verlosung.

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    Alexander Wiechmann
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